Institut für integrale Gesprächs- und Focusingtherapie

Integrales Focusing – Psychologische, soziale und spirituelle Anregungen

von Rainer Eggebrecht (2019)

Wir haben heute viele Therapie-Methoden, die unterschiedlich gut Begriffe und Konzepte beinhalten. Jede Methode, jede Technik oder Typologie hat einen bestimmten einmaligen Erkenntniswert. Sie hilft uns, das, was sie beschreibt, bei einem bestimmten Klienten zu bemerken. Wenn man dem Klienten zuhört, bemerkt man dann Verschiedenes, das man nicht bemerken würde, wenn man die Konzepte anderer Methoden nicht kennt. Wir können Konzepte und Methoden anwenden und kombinieren –  wenn wir sensibel bleiben, dass Techniken immer nur Möglichkeiten darstellen. Carl Rogers sagte schon vor 50 Jahren: Man muss dem Klienten erlauben, uns zu unterrichten, wie man mit ihm und seiner speziellen Situation umgehen kann.

Kurzer Überblick über humanistische Psychologie

In einem berühmt gewordenen Diskurs aus den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts standen sich zwei Auffassungen vom Menschen unversöhnlich gegenüber: Skinner (Verhaltenstherapie) behauptete, der Mensch sei manipulierbar und damit „machbar“.
Rogers (klientenzentrierte Therapie) hingegen behauptete, der Mensch sei frei und autonom.
Doch statt zu fragen, welcher Ansatz richtig oder falsch ist, erkennen wir heute aus integraler Perspektive, dass jeder Ansatz wahr – aber nicht vollständig ist.
Nun können wir herausfinden, wie die Teilwahrheiten zusammenpassen und wie man sie integrieren kann, statt sich für eine zu entscheiden und die andere zu verwerfen.
Rogers betonte die enge Verbundenheit von seelischer Gesundheit mit dem Zustand der Kongruenz (Echtheit), mit nicht urteilender Wertschätzung  sowie mit Empathie – einem einfühlenden Erfassen des inneren Bezugsrahmens unseres Gegenübers.

Focusing als moderne Wahrnehmungsschulung fördert intuitiv erlebte, gefühlte Bedeutungen in einem ganzheitlichen Erlebensprozess. Wenn das Ich sein inneres Geschehen in Bezug auf ein gerade anstehendes Thema unmittelbar erlebt, können sich aus diesem zuerst meist vagen und diffusen Erleben Bedeutungen sprachlich, bildhaft oder körperlich mitteilen, die ein unmittelbares ganzheitliches Gefühl der Stimmigkeit auslösen. Man tritt dabei als sein eigener innerer Beobachter aus einer kleinen inneren Distanz in Beziehung zu der noch nicht „entfalteten“ gefühlten Bedeutung.
Dieser Aktualisierungstendenz sollte man so viel Raum wie möglich geben und einen großen Respekt für das an den Tag legen, was sich von innen heraus entfalten möchte. Im Focusing entscheidet man sich immer wieder für eine offene Selbsterforschung, deren Form und Richtung in hohem Maße vom Einzelnen selbst bestimmt wird.

Focusing  schult ein „stimmiges“ Fühlen, ein „In-Berührung-Sein-mit…“, das auf unmittelbare und direkte Weise neue Wahrnehmungen entstehen lässt. Diese Sichtweise relativiert die Vorstellung einer allgemeingültigen Wirklichkeitsdefinition. Je nachdem, in welchem Kontext wir uns befinden, abhängig auch davon, was wir erreichen wollen, entsteht etwas einzigartig Neues, das so in keinerlei Weise zuvor schon da war. Vergangene Erfahrungen funktionieren jetzt innerhalb einer neuen Erfahrung. So kann frische Erfahrung entstehen, die neue, intuitiv entstehende Bedeutungen, Bilder, Körperempfindungen und Gefühle hervorbringt.
Und dann sollten wir das, was wir herausgefunden haben, wieder lebendig „atmen“ lassen, es ganzheitlich, implizit mit Körper, Geist und Seele wahrnehmen.
Stelle dann abschließend offene, wahrnehmungsbezogene Fragen, die nicht mit Ja oder Nein beantwortet werden können. Im Focusing heißt dieser Schritt: Annehmen und Schützen. Damit helfen wir Klienten, das soeben Erlebte in Erfahrung zu halten, es zu erweitern und zu vertiefen. Sprache ist grundlegend wichtig für die Integration von Gefühlen, Körperwahrnehmungen, Bildern und Gedanken, die während des Achtsamkeitsprozesses aufgetaucht sind. Offene Fragen  verfeinern die aktuelle Befindlichkeit und das intuitiv Erlebte und schützen es vor den kritischen „Fragebomben des Über-Ich.Geschwaders“.

Psycho-soziale Anmerkungen

Seit der Postmoderne (1960er Jahre) verbreitete sich die Erkenntnis, dass jegliches Erleben immer schon interpretiert und konstruiert ist. Vieles, was gegeben und zeitlos erschien, wurde als konstruierte (Macht-)Struktur enthüllt. Die Postmoderne forderte freie Entfaltung von Potenzialen, Überwindung von Macht- und Ungleichheitsstrukturen und eine Förderung vor allem derjenigen, die sozial und kulturell benachteiligt sind.

Die Hippie-Bewegung mit ihrer Botschaft von Frieden und Liebe angesichts des Vietnamkrieges und die Studentenbewegung hat den „Muff von tausend Jahren“ aus rigiden familiären, universitären und gesellschaftlichen Strukturen vertrieben. Von Frankreich ausgehend begann eine philosophische Bewegung, die unsere bisherigen kulturell tradierten Überzeugungen massiv relativierte (Strukturalismus). Die Humanistische Psychologie entstand, und Sexualität und Geschlechterrollen wurden zunehmend enttabuisiert.
Dies war für viele –vor allem junge Menschen (68er) – überwältigend. Die Postmoderne stärkte massiv  unsere individuellen Freiheiten – es entstand eine noch nie dagewesene Pluralität von Lebensentwürfen, eine Sensibilisierung für die Natur und ein starkes Interesse an Innerlichkeit und Meditation. Heute, fünfzig Jahre später, sind viele der damals progressiven und fortschrittlichen Anliegen längst im politischen, wissenschaftlichen und kulturellen Mainstream angekommen und bestimmen ihn maßgeblich.

Doch leider blieb – wie vielen neuen Erkenntnissen  – auch der Postmoderne das Schicksal der Verabsolutierung nicht erspart: im psychologisch-spirituellen Bereich führte das teilweise zu radikalem Relativismus. Postmodern-spirituelle Bohemiens schlendern auf den Boulevards der Weltreligionen und modischen Therapieströmungen  umher und  nehmen sich, was sich ihnen anbietet. Lifestyle-Identitäten überschatten ein wirkliches authentisches Transzendenzstreben.
Sie  sind Kennzeichen einer postmodern-spirituellen Verwirrung der heutigen Zeit, die sich zunehmend im Sand einer neoliberalen Wirtschaft verlaufen hat und keine wirklichen Antworten mehr geben kann auf das Bedürfnis nach sinnhafter Identität in einer globalen Welt.

Der mystische Schriftsteller Gustav Meyrink („Der Golem“)  hat schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts geschrieben: „Auf einen Engel kommen neunundneunzig Versucher im Gewande des Engels“ (auf ein wirklich hilfreiches psychologisches oder spirituelles Angebot kommen heute unzählige nur den eigenen Vorteil vermarktende Sinnangebote).

Der integrale Philosoph Ken Wilber sieht in den wachsenden Protesten gegen die Beliebigkeit der Postmoderne einen Weckruf an die progressiven Kräfte in aller Welt, in ihrer Entwicklung einen Schritt weiterzugehen. Demnach müssen wir neue Wege finden, um die Pluralität der Postmoderne in eine umfassende sinnhafte Integration zu führen.
Auf psychologischer Ebene brauchen wir dafür einen integralen und achtsamen Umgang mit unserem Körper, unseren Gefühlen, unseren Gedanken und unserem Werteempfinden.
Focusing als methodenübergreifende (integrale) Therapie kann uns  das Handwerkszeug  geben, um mit all den überbordenden Wissens- und Sinnangeboten im psychologischen und spirituellen Bereich kongruenter, zukunftsoffener und sinnvermittelnder umzugehen.

Wir lassen den Klienten immer selbst herausfinden, was für ihn der stimmige nächste Erkenntnisschritt ist – und auch, ob und wie eine bestimmte Erfahrung für ihn   psychologisch oder spirituell bedeutsam wird.

Der Altphilologe Friedrich Maier („Allgewaltig ist der Mensch“, 2018) meint, dass wir heute wieder „Quergeister wie Sokrates“ bräuchten: Sokrates hatte einst die Philosophie vom Himmel herab geholt, indem er vor allem Forschen nach der Natur am Himmel und auf Erden die Frage nach dem Menschen stellte, seinem Wert, seiner Würde, seiner moralischen Verantwortung.
„Sokrates wehrte sich“, so Nietzsche, „mit allen Kräften gegen die hochnäsige Vernachlässigung des Menschen.“ Integrales sokratisches Bewusstsein könnte uns daher helfen, in Zukunft verantwortungsbewusster mit unserer zunehmend digitalisierten Wirklichkeit umzugehen.

Wie wird die zukünftige Rolle eines „neu konstruierten Menschen“ aussehen?
Wird er, kraft seiner Künste und Techniken sich selbst vergöttlichend, als „Homo Deus“ (Noah Harari, Eine Geschichte von Morgen, 2018), schöpferisch und zerstörerisch zugleich, sich aller Maßstäbe entledigen? Wird er auf diesem Planeten und in den interstellaren Räumen ohne Respekt vor jeder Grenze leben, der akuten Gefahr nicht gewahr, dass er damit dem Schattenreich – wie schon Eurydike – letztendlich nicht entkommen kann?

Integrales Denken

Wissenschaft und Weisheitslehren stimmen heute in einer grundlegenden Aussage überein:
Alles ist mit allem verbunden – in einem unteilbaren, essentiell lebendigen und schöpferischen Wesensgrund. Jeder Einzelne ist eingebunden in ein größeres Ganzes, von dem er ein Teil ist und an dem er kreativ mitwirkt. Die zunehmend wechselseitige Verschränkung aller Lebens-bereiche erfordert, dass wir alle Ebenen des Seins in einer größeren Perspektive – auf der
Basis unserer humanistischen Grundhaltung – neu zusammenführen.

Ein integraler Ansatz stellt daher „Ich“ (Selbsterleben), „Wir“ (Kultur) und „Es“  (Wissenschaft) in symbolischer Vermittlung von Wirklichkeit gleichberechtigt nebeneinander und erweitert unsere Wahrnehmungsfähigkeit durch flexible Perspektivenwechsel. Der Psychologe Erich Fromm sieht in seinem Entwurf für ein ganzheitliches Menschenbild das Ziel unserer Entwicklung in der „Einheit zwischen Autonomie und Bezogenheit“. Gesund sein heißt dann, mit sich in Einklang zu stehen und sich zugleich wertschätzend als Teil-Ganzes der gesamten Biosphäre zu erleben.

Spiritualität

Focusing verbindet körperliches und seelisches Erleben zu einem ganzheitlich-holistischen Ansatz. Focusing bringt ein Wissen ins Spiel, das ganzheitlich und intuitiv ist und das würdigt, was unscharf und noch nicht klar ist. Es geht um Wahrnehmungspräzisierung und Bewusstseins-schulung, nicht um spektakuläre sofortige Ergebnisse. Psychische Probleme können damit auch in ihrer Sinnhaftigkeit und ihrer spirituellen Dimension wahrgenommen werden.

Da ein spiritueller Felt sense (= gefühlte Bedeutung) den innersten Lebensgrund berührt und da dieser allen spezifischen Glaubensmeinungen vorausliegt, kann Focusing den Weg zu einer spirituellen Erfahrung jenseits formulierter Meditations- und Glaubenswege öffnen.
Damit haben wir einen passenden Rahmen für eine gesunde Spiritualität vor uns, die sich gleichzeitig innerhalb eines Kontextes gesunder Psychologie entwickelt. Dies erlaubt uns, über das implizite Wissen ganz in den Grund des eigenen Bewusstseins einzutauchen. Damit wird eine spirituelle Dimension berührt, die in jedem Bewusstseinsakt immer schon vorhanden ist.

Es geht darum, dass man sich mit Körper, Geist und Seele mit der ganzen Welt identifizieren kann und gleichzeitig davon distanziert bleibt und nichts verabsolutiert. Echte spirituelle Weisheit lässt sich nicht inhaltlich fixieren – sie ist immer eine ganzheitliche Erfahrung.

Pater Anselm Grün betont, dass Spiritualität nicht ohne Psychologie existieren kann.
Unsere inneren Räume müssen lebensfähig sein – nur dann können wir „gut in den Raum unterhalb der Leidenschaften“ kommen und ohne allzu dunkle psychische „Schatten“ eine tiefere Klarheit und Reinheit entdecken.

Focusing bietet hierfür ein besonderes Resonanzfeld, in dem durch Einfühlung in die Welt des Gegenübers etwas von mir, etwas von dir und noch etwas anderes entsteht, was keiner von uns machen kann. Focusing zentriert die Aufmerksamkeit auf das, was der nächste Schritt ist, der notwendig ist, dass sich das entwickeln kann, was gerade ansteht, das, was sich im Moment mit erster Priorität meldet. Denn dieses ganz Persönliche, das sich stimmig anfühlt, ist bedeutsam genug, um es mit dem ganzen Sein voll wahrzunehmen.

Integrale Betrachtung von Diesseits und Jenseits

Die meisten Meditationen sowie monotheistisch-christliches Gebet und Kontemplation vermitteln uns Zugang zu Jenseitigem, Transzendentem, Heiligen. Eine zeitgemäße (integrale) Spiritualität wird aber auch zunehmend berücksichtigen müssen, wie wir unser eigenes Leben realistisch leben und uns an den Platz im eigenen Leben stellen, an dem wir stehen – mit allen Eigenschaften, unserem  individuellen Sosein und Bewusstsein.
Ein Vergegenwärtigen, wie es sich anfühlt, in dieser Zeit, auf diesem Planeten, in diese Familie, in dieser Kultur geboren zu sein und als Mensch in dieser Form zu leben. Und das Leben in all seinen Facetten zu durchdringen und zu verinnerlichen, es von innen her zu spüren und zu leben.

Zitat:  Viele Menschen verlieren sich in spirituellen Erfahrungen und Beobachtungen und allen möglichen interessanten, subtilen Eindrücken, von denen manche bestimmt aufregend und erhebend sein können. Aber es gibt nichts Besseres als die Einfachheit, man selbst sein zu können – in sich selbst zentriert zu sein, zu erkennen, wer man ist und das Gefühl der Vertrautheit und der Wirklichkeit darin zu verspüren. Die ganze innere Reise, die gesamte psycho-spirituelle Praxis hat im Grunde nur ein einziges Ziel: wirklich diejenigen zu sein, die wir sind.   

(Ali Hameed Almaas, Begründer des Diamant Approach)

Wirkliche Weisheit bedeutet also, zu erkennen, was und wer man selbst ist, und nicht, die Verse, Sprüche und Modelle von anderen einfach unkritisch wiederzugeben. Nicht zuletzt deshalb gibt es unter zeitgenössischen spirituellen Wanderern eine so hohe Frustrationsrate. Die Lust am immer Neuen weicht irgendwann der Erkenntnis, dass auch das nächste – ach so neue – Seminar nicht wirklich weiterhelfen wird. Wir wären manchmal besser beraten, von Büchern etwas Abstand zu nehmen und den Tauchgang ins Innere selbst zu unternehmen.

Zum Schluss ein schönes, zeitlos gültiges Zitat:
Mein Herz ist offen –  es ist eine Weide für Gazellen, ein Kloster für christliche Mönche, ein Götzentempel, die Tafeln der Thora und das Buch des Koran.
In welcher Richtung auch immer die Karawane zieht, die Religion der Liebe wird mein Glaube sein.

(Ibn Arabi (1165 -1240), mystischer Dichter des Islam)

 


 

Als Bonus-Track  habe ich vier Schritte der Bewusstwerdung aus dem Zen kombiniert und mit wahrnehmungspräzisierenden Focusing-Interventionen und kleinen Grafiken versehen.

Bitte in Ruhe ausprobieren!

Zen-Formulierung: Welle und Ozean + Focusing-Interventionen

Ich möchte mich als einmalige Welle aktuell besser begreifen

Focusing: Nimm intuitiv und aufmerksam wahr:
Gedanken, Gefühle, Bilder, Körperempfindungen.
Nimm als eigener innerer Beobachter aus einer kleinen stimmigen Distanz Beziehung auf zu den noch nicht „entfalteten“ Bedeutungen (Felt Senses) Deiner Themen.

Ich möchte meine Persönlichkeit, meine Vergangenheit und Zukunft
als Welle besser verstehen, ahne aber schon den
Ozean 

Wenn die Bedeutungen langsam klarer werden, dann – aus etwas mehr Freiraum heraus – nimm wahr, wie es Dir mit Deinen Themen gerade geht. Bewahre dabei eine kleine Distanz: statt: „ich bin traurig und wütend!“
besser: „Etwas  in mir ist traurig und etwas in mir ist wütend!“ Nimm Dich wahr, wie Du  diesen Seiten in Dir einfühlend und akzeptierend zuhörst.

 Ich akzeptiere meine Einmaligkeit, meine persönlichen Stärken und Schwächen – und ich erkenne mich in meiner Subjektivität als Teil des Ozeans
Jetzt geh noch einen kleinen Schritt zurück und frage Dich:  Wer ist das
genau, der das alles wahrnimmt? Fokussiere Dein Selbst,  so wie Du bist.
Alles was Du empfindest, Deine gesamte  Persönlichkeit in Verbindung
mit allem in Dir, Deinem Umfeld  und der Welt. Vielleicht spürst Du auch schon ein bisserl  Frieden, eine tiefe (wertfreie) Ruhe in Dir?
Der ganze Ozean ist in mir – In meiner Einmaligkeit ist er komplett
enthalten
Geh noch einen kleinen Schritt weiter: Erlebe Dich, Deine Empfindungen, die Welt, alles, was existiert, in tiefer Achtsamkeit und Wachheit.
Erfahrungen, Gefühle und Eigenwahrnehmungen sind weiterhin spannende Erfahrungen, die Du jetzt aber in ruhiger Klarheit wertfrei akzeptierst.
In dieser mystisch gefärbten Grundhaltung ahnst Du Deine unmittelbare Präsenz – tief verbunden mit der Natur und dem  gesamten Kosmos.